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31.07.12 00:00 Uhr Events - OnStage

Oh dunkelbuntes Köln...

Amphi Festival 2012 - Review

Am 21. und 22. Juli war es wieder so weit, das Amphi Festival öffnete auf dem Tanzbrunnengelände in Köln den dunkelbunten Massen wieder seine Pforten...

Am 21. und 22. Juli war es wieder so weit, das Amphi Festival öffnete auf dem Tanzbrunnengelände in Köln den dunkelbunten Massen wieder seine Pforten – und lockte dabei nicht nur mit gewohnt reichhaltigem Rahmenangebot wie zahlreichen Shoppingmöglichkeiten, chilligem Beachclub und nichtmusikalischen Attraktionen wie Lesungen, sondern auch mit einem Line-Up der Güteklasse A. Einem Line-Up wo wirklich für jeden etwas dabei war, ob alte Haudegen oder Newcomer des Szene, ruhige Darbietungen oder wütendes Gestampfe, rockige Klänge oder elektronische Beats. Und natürlich durften auch die Afterhour-Shows mit namhaften DJs nicht fehlen. Wie zu erwarten war, war das Amphi Festival auch bei seinem achten Stattfinden übrigens ganz traditionsgemäß ausverkauft, die Angaben zur Zuschauerzahl schwanken dabei zwischen 14.000 und 20.000 Personen – eine Menge Holz.

Das Publikum zeigte sich dabei wie immer schon auf dem Amphi Festival bunt gemischt: Von barocken Outfits über klassische Darkwave-Bekleidung über Metalheads bis hin zu grellbunten Cybern war wieder das gesamte Spektrum der schwarzen Szene angetreten.
Doch was gab´s denn im Detail so zu erleben? Antwort: Viel. In der Tat so viel dass es quasi unmöglich war alle Bands mit Fotos abzudecken (was euer werter Berichterstatter als Sturkopf aber dennoch probieren mußte), aber beinahe geklappt hat.

Fotostory
Amphi Festival 2012 - Review

Der Samstag zeigte sich wettertechnisch als permanent im Wechsel zwischen sonnig und bewölkt, aber, was die Hauptsache ist, weitestgehend trocken und warm. Musikalisch war der erste Festivaltag eher von EBM, elektronischen Musikstilen geprägt, wobei der Fokus hier eher auf altmodischeren Spielarten, meist eher abseits von moderneren aggressiven elektronischen Stampfern vom Schlage Agonoize & Co, zu liegen schien. Zwar waren auch modernere Vertreter der schwarzen Elektronik vertreten, diese spielten aber eher zum Festivalauftakt.

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Eröffnet wurde das Amphi Festival von den eher ruhigen, aber dennoch rockigen Tönen von The Wars auf der Mainstage. Ihr new-wave-lastiger Sound wurde von den Anwesenden gut aufgenommen und konnte auch eine Anzahl der bereits Anwesenden vor der Bühne halten, stach aber nicht unbedingt unter den restlichen Auftritten hervor. Als Opener jedoch eine gelungende Performance.

Eine vergleichsweise größere Anzahl von Freunden der harten Beats versammelte sich hingegen im Staatenhaus, wo Eisenfunk die Rolle des Openers inne hatten und es erfahrungsgemäß deutlich weniger gemütlich als auf der Mainstage zugehen sollte – Glowsticks, Cyberlocks und Industrial Dance war angesagt, und Eisenfunk meisterten diesen Auftritt gewohnt souverän und gutgelaunt. Natürlich durfte man bei diesem Projekt kein allzu gewaltiges Stageacting erwarten, waren doch v.a. Michael und Arthur weitestgehend an ihre Synthesizer und E-Drums gebunden. Toni allerdings ließ es sich nicht nehmen mehrmals über die Bühne zu springen und die Fans zu weiterem Applaus und Tanzleistungen anzustacheln. Das Cybervolk dankte es Eisenfunk jedenfalls, was sicherlich auch an dem geschickten Händchen mit der Setlist zu tun hatte: Ob „8-Bit“, „Pentafunk“, „Super Space Invaders“ oder das gottgleiche „Pong“, hier gab es quasi eine Best-Of der Band auf die Ohren.

Auf der Mainstage hingegen blieb das Programm hingegen eher gitarrenlastig, denn dort konnten sich die – leider noch nicht allzu zahlreichen - Besucher nun an A Life Divided, der Band um Eisbrecher-Guitar-Hero Jürgen Plangger erfreuen (der bei ALD allerdings den Posten des Sängers bekleidet). Während „The Wars“ nicht unbedingt eine Partymaschine darstellten, fiel der Kontrast zur den sichtlich gut gelaunten Bad Tölzer Synthierockern direkt auf: Plangger und Konsorten legten (wie schon kürzlich auf dem Castle Rock Festival – wir berichteten) einen leidenschaftlichen und publikumsnahen Auftritt hin und schafften es wieder einmal die Menge ordentlich für die noch folgenden Acts aufzuheizen. Die Setlist kam wieder weitestgehend von der neuen CD, und auch das VNV-Nation-Cover „Perpetual“ war wieder mit im Gepäck dabei – eine Nummer die, wie man immer wieder erwähnen muss, als Rocksong überraschend gut kommt und stets einen Höhepunkt der ALD-Auftritte darstellt. Als kleine Besonderheit gab es mit „The Lost“ auch noch einen Track des nächstens Albums zu hören, und gegen Ende des Auftritts füllte sich dann auch der Platz vor der Mainstage zusehends, als Eisenfunk ihren Auftritt im Staatenhaus beendeten.

Inzwischen ging es im Staatenhaus weiter hoch her, denn dort waren die deutschen Huren – pardon, Tyske Ludder zu bestaunen. Diese Pioniere der Electro/EBM-Szene, die immerhin auf gut 20 Jahre Bandbestehen zurückblicken können, rutschten auf einen überraschend (manche würden „unverdient“ sagen) frühen Zeitpunkt im Staatenhaus, fast schon als Festival-Opener. Geboten wurde ein eher provokanter und eindringlicher, aber auf jeden Fall druckvoller Auftritt mit Showeinlagen wie einem großen Zeppelin der ins Publikum gestoßen wurde, Wrestlermasken, Zwangsjacken und Israel-Flaggen, dominiert von einem auf und ab stolzierenden Claus Albers (der am Mikrofon später noch kurz Unterstützung von Jay von Deviant UK erhielt). Die anwesenden Fans dankten der Band den Auftritt jedenfalls durch gute Stimmung, und nicht wenige der Zuschauer ließen sich auch zu wildem Dauertanzen animieren.
Zu hören gab es dabei einen bunten Querschnitt durch das Schaffen der Band, seien es nun „Der androgyne Held“, „Eugenix“, An vorderster Front“, „Bastard“ oder „For Their Glory“.

Unterdessen war auf der Mainstage dann auch schon die Zeit für den Spetsnaz-Auftritt gekommen, die die langsam in Fahrt gekommene Partymaschine dann auch weiter anzutreiben verstanden. Zwar wirkten Stefan Nilsson und John Malkovich…ähm, moment, da war ich falsch, sorry….. Pontus Stålberg meinte ich natürlich, auf der großen Bühne ein wenig verloren, zumal Stefan ja permanent hinter seinen E-Drums stand, die Schweden wußten diesen Umstand aber durch eine Vollgas-Show mit treibenden Beats und herrlichem Gepose seitens John Malko… ups, sorry, schon wieder… Pontus wieder herauszureißen. Hits wie Apathy oder Perfect Body brachten dabei auch die Menge ordentlich zum Kochen, und sowohl Publikum als auch Spetsnaz selbst hatten sichtlich ihren Spaß bei der Darbietung.

Während draußen die Spetsnaz für Stimmung sorgten und auch Dr. Benecke einen beträchtlichen Anteil der Festivalbesucher zu sich lockte, ging es Indoor derweil übrigens kein bisschen weniger druckvoll als vor der Mainstage vonstatten, denn hier brachten die Kölner X-Rx mit ihrem inzwischen zweiten Heimspiel auf dem Amphi Festival die tanzwütige Cybermeute ordentlich zum Kochen. Zwei Laptops und zwei gnadenlos overactende Freaks, das war alles was nötig war um hier für Stimmung zu sorgen. Allerdings wurde die Band auch wieder gerne mal als „die kleinen Agonoize“ bezeichnet, aufgrund gewisser Parallelen im Musikstil und der auf sick getrimmten Performance (wenngleich auch ohne Blutregen und andere Körpersäfte). X-Rx feuerten ihre Beats dabei maschinengewehrartig auf das Publikum ab und schossen der Zuhörerschaft tanzbare Tracks wie „Escalate“, Hit the Drums“ oder „Push it“ um die Ohren. Einer der ersten Auftritte bei denen man durchaus noch die eine oder andere Viertelstunde hätte ertragen können.

Indes hatten die Österreicher von mind.in.a.box sich auf der Mainstage breit gemacht.

Letztes Jahr noch im Staatenhaus, wurden sie für 2012 auf die Mainstage geholt – man könnte auch sagen dass sie mit X-RX quasi den Platz getauscht haben. Meine Spannung auf diesen Auftritt war recht groß, denn die CD „R.E.T.R.O.“ der Herrschaften um Stefan Poiss rotiert bei mir immer wieder mal gerne im Auto und während Bildbearbeitungs-Sessions, und bislang hatte ich es immer geschafft, Gelegenheiten mind.in.a.box live zu erleben, zu verpassen. Es versammelte sich auch eine nicht unbedingt kleine Schar von Neugierigen und Fans vor der Bühne, und dann ging es auch schon los. Tja, und wie soll man es ausdrücken, eine Partymaschine stellen mind.in.a.box leider Gothes nicht dar, was allerdings auch nicht zu ihren vergleichsweise ruhigen Songs gepasst hätte… Stefan Poiss verließ seinen Platz hinter seinen Keyboards eigentlich gar nicht, und auch wenn die Nummern der Band technisch sauber und auf gewohnt hohem Niveau rüber- und bei den Leuten ankamen, kam man nicht umhin, diesem Auftritt einen etwas unterkühlten und distanzierten Eindruck zu attestieren. Von Stageacting war im krassen Gegensatz zu X-Rx hier entsprechend wenig zu erwarten, und wenn man beide Bands hintereinander genossen hat und wollte sie miteinander vergleichen…. nun, drücken wir es mal so aus, kennt noch jemand „Prinz Valium“ aus „Spaceballs“? Spaß beiseite, die Band verhielt sich sehr zurückhaltend, ja, aber es paßt auch zur Musik, und die war definitiv ein absoluter Hochgenuss. Mehr davon, bitte. Im Staatenhaus traten in der Zeit nun auch Seabound auf – eine jener Bands, die mir bis vor dem Amphi Festival völlig fremd gewesen waren. Die Band um Frank Spinath startete den Auftritt mit eher ruhigen und gefühlvollen Electropop-Klängen, was sich im Laufe der Performance auch nicht großartig ändern sollte – aber wenngleich es hier auch keine bemalten Gesichter, harten Beats oder exzessives Stageacting zu bestaunen gab, schaffte es die Band dennoch eine eher ruhige und bedächtige, fast schon melancholische, aber nichtsdestrotrotz fesselnde Atmosphäre zu schaffen, der sich wenige der Anwesenden entziehen konnten – und mit der Zeit kamen auch mehr und mehr Füße in Bewegung. Ein fast schon entspannender Auftritt, dem ich gerne noch eine Zeit lang beigewohnt hätte, wäre da nicht Projekt „Fotos von allen Bands“ gewesen.

In diesem Sinne ging´s dann auch wieder nach draußen, denn hier versammelte sich eine schnell größer werdende Menschenmenge vor der Bühne, auf der alsbald die Könige der Spielleute – nämlich Corvus Corax – stehen sollten. Diese mußten in diesem Jahr die Fahne der Mittelalterbands im Alleingang hochhalten, machten das aber durch ein geradezu pompöses Equipment und Kostüme auf der Bühne wieder wett – beinahe schon eine Reizüberflutung wie viel da auf der Bühne zu sehen war (gleichermaßen eng ging es an der Stelle übrigens auch zum ersten mal im Fotograben zu…) . Ein jedes Bandmitglied stand zunächst mit einem detailreichen Maskenhelm auf der Mainstage, und unter dem rauhen Gesang von Castus Rabensang und den gewaltigen, dröhnenden Trommeln gaben die Könige der Spielleute ihre Sverkergeschichten aus der Zeit der Wikinger und Kelten des gleichnamigen Albums zum Besten. Die Zuhörerschaft ging dabei direkt mit und ließ sich von den ausgetüftelten Kompositionen in die Welt des Mittelalters entführen. Zwar punktete die Band nicht mit irgendwelchen aufwändigen Lichtshows oder Pyroeffekten, aber das war auch kein bisschen notwendig um das Publikum mitzureißen und nicht mehr loszulassen.

Die nicht mittelalterlich interessierten Fans wurden mittlerweile in der Halle von den Future-Poppern Assemblage 23 unterhalten (bei denen ich dann auch prompt zu spät kam um mehr als nur eine handvoll Fotos zu schießen). Die Seattler setzten dabei den spätestens seit Seabound eingesetzten Trend von optisch nicht unbedingt opulenten Auftritten und Klasse statt Masse fort und legten einen Auftritt hin, an dem zwar nichts auszusetzen war, aber auch nichts als besonders top hervorhebenswert zu verzeichnen war. Erfolge der Bands wie „Voice Inside Your Head“, „Open“ , „Let the Wind Erase Me“ oder „Naked“ reihten sich aneinander, souverän dargebracht, das Publikum war erfreut und sang mit – eigentlich ein gelungener Auftritt, aber der gewisse zündende Funke fehlte leider ein wenig. Zumindest bei mir…

Damit war es auch an der Zeit um den SITD-Auftritt zu begutachten, eine weitere Band mit der ich live bisher nie das Vergnügen hatte. Aufgrund der weitestgehend ernsten Themen in denen stets dieses gewisse morbide Etwas mitschwingt (ich blicke gen „Lebensborn“) erwartete ich eine etwas düsterere Atmosphäre, aber wie schon A23 und Seabound lag der Fokus bei SITD weniger auf einer fulminanten Bühnenshow als auf einem eher puristischen und dafür soliden Auftritt. Und so feuert die Band dann auch eine schöne Setlist aus ihrem trancigen, auch eher bedächtigen Programm auf ihre Fans ab – seien es nun das besagte „Lebensborn“, „Snuff Machinery“, „Richtfest“ oder auch „Laughingstock“. Dabei gab es dann auch nicht wesentlich mehr von der Band zu sehen als Sänger Carsten Jacek – der Rest der Band verbarrikadierte sich hinter den Laptops.

Und ganz in diesem etwas minimalistischen Stile ging es dann auch weiter mit Haujobb. Die EBM-Heroen um Daniel Myer hatten sich zunächst ja 2008 mit einem Auftritt auf dem Amphi Festival eigentlich vom Musikbusiness verabschiedet, feierten aber schon 2011 dann wieder ein eindrucksvolles Comeback mit dem Album „New World March“. Dieses Jahr wußte die Band mit dem charismatischen Mützenträger das Publikum mit Songs wie “Dead Market“ oder „Let´s Drop Bombs“ ihre Zuhörer auch recht schnell in den Griff zu bekommen und wurden auch ziemlich begeistert abgefeiert, aber ich muss zugeben, mein Musikgeschmack bzw Ambiente war es nicht – zumal Seabound, SITD und Haujobb direkt hintereinander für einen Nicht-EBM´ler dann doch eine gewisse Überdosis darstellen.

Diese vergleichsweise zurückhaltenden Shows waren dann auch wieder ein schöner Kontrastgeber zur Band die nun die Mainstage für sich beanspruchen durfte: Eisbrecher – ihres Zeichens mit Alexx Wesselsky gesegnet, einer regelrechten Rampensau von Gothes, ähm, Gottes Gnaden. (Hier zeigte sich dann übrigens auch dass man sich als Fotograf besser keine Zeit für Smalltalk nehmen sollte, denn wenn die Band nicht aufgrund einer Videoaufzeichnung erst die Fotografen zum achten Lied den Graben hätte betreten lassen, so hätte ich sie verpasst – Schande auf mein Haupt). Ja, und wie es halt so mit Eisbrecher ist, wurde hier stimmungsmäßig und vom Entertainment-Standpunkt wieder einiges geboten: Alexx sympathische Art, gepaart mit coolen und humoristischen Sprüchen machte allein schon jede Song-Ansage (bzw jede Pause zwischen Songs) sehenswert, und auch die berüchtigte kleine Jodel-Einlage in Tracht durfte wieder einmal nicht fehlen. Außerdem wurde die Besucher-Cam eingeführt: Eine kleine Digitalkamera wurde den Fans vor der Stage überreicht damit jeder diesen Eisbrecher-Gig so festhalten konnte wie er sich ihm darstellte. Weitere erwähnenswerte Merkmale des Auftritts waren Spiel und Spaß mit einer Reitgerte, die jeder mal an Alex ausprobieren durfte (so auch der im Pressegraben anwesende Dr. Benecke), da wurde gekuschelt und Jürgen Plangger geknutscht und vieles mehr. Auch musikalisch ließen der Checker und seine Mannen sich nicht lumpen und brachten Hit nach Hit dar, von Setbeginn mit dem „Exzess Express“ über „Schwarze Witwe“ über „Vergissmeinnicht“ bis zum natürlich stets abgefeierten „This Is Deutsch“. Zum Schluss des Auftritts zogen der Checker und seine Mannen dann nochmal ein bisschen die Bremse und verabschiedeten sich von den jubelnden Massen mit „Die Hölle muss warten“. Was soll man zum Abschluss groß schreiben, wer auf ein Eisbrecher-Konzert geht kann einen gewissen Unterhaltungsgrad, Bühnenblödelei und hochkarätige Powermusik erwarten, und das war auch ganz genau was die Band geliefert hat. Würde ich persönlich als den Höhepunkt des ersten Tages betrachten.

Und jetzt war auch endlich der Zeitpunkt gekommen um im Staatenhaus mal wieder den Fuß auf das Gaspedal zu setzen, sich unter die Cyber zu mischen und eine ordentliche Dosis Nachtmahr zu geben. Thomas Rainer (der übrigens auch bei L´ame Immortelle am Mikro steht) wirbelte dabei wieder Grimassen schneidend zu schnellen, druckvollen Beats und verzerrtem Gesang wie ein Derwisch und in eine Uniform gekleidet über die mit Tarnnetzen dekorierte Bühne, auf der auch ein paar der liednamensgebenden Mädchen in Uniform posierten. Auch hier könnte man den Auftritt eigentlich wieder als eine Best Of bezeichnen, jagte doch wieder einmal ein Hit den nächsten: Alle Lust will Ewigkeit, Tanzdiktator, Feuer Frei, Mädchen in Uniform… es ist schwer hier besondere Höhepunkte aufzuführen. Das sehr gut gefüllte Staatenhaus mit einer ansehnlichen Anzahl Tänzer pro Quadratmeter zeigte dabei, dass Nachtmahr für diesen späten Slot im Line-Up absolut geeignet waren, polarisierendes Militärgehabe hin oder her. Seltsam mutete allerdings der Umstand an dass man relativ weit vorne simultan zum verzerrten Gesang auch noch die echte Stimme von Thomas Rainer hören konnte, was sich aber nach ein paar Minuten ausblenden ließ.

Jetzt konnte es stimmungstechnisch eigentlich nur noch bergab gehen – oder? Nein, weit gefehlt, denn jetzt konnten Apoptygma Berzerk zeigen was sie drauf haben. Die Norweger, die man optisch vermutlich eher dem Glam-Rock-Sektor zurechnen würde, füllten das Staatenhaus nochmals ordentlich (und hätten die Sisters of Mercy auf der Mainstage nicht so regen Zulauf gehabt wäre es durchaus eng geworden) und schossen den Zuschauern Hit um Hit um die Ohren. Trotz leichter technischer Probleme bei „Love Never Dies“ (Opener und größter Hit der Band) gab es auch hier einen Querschnitt durch die Hits der Bandgeschichte, und nach Songs wie „Nonstop Violence“ , „Shine On“, „Kathys Song“ oder „Starsign“ und frenetischem Applaus der Zuschauer entließ die Band dann ihre Fans mit dem Joy-Division-Song „Love Will Tear Us Apart“ in die Nacht – beziehungsweise in die Wartezeit auf DAF. Welche ich dann allerdings, meinem schmerzenden Rücken Tribut zollend, aber ausließ. Verdammt, ich werde alt oder muss mehr trainieren. Oder beides. Weiter geht´s auf Seite 2 mit dem Amphi-Sonntag.



Redakteur:   Kai B.
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